Außerehelicher Sex: Vier Menschen in Indonesien mit je 100 Stockhieben bestraft
Weil sie außerehelichen Sex gehabt haben sollen, sind in der streng islamisch geprägten Provinz Aceh in Indonesien am Donnerstag zwei Männer und zwei Frauen öffentlich mit jeweils 100 Stockhieben bestraft worden. Die vier Verurteilten wurden in einem öffentlichen Park in der Hauptstadt Banda Aceh mit den Stockhieben gepeinigt, während Dutzende Menschen zuschauten, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.
Vier weitere Menschen erhielten demnach bei der öffentlichen Vollstreckung der Prügelstrafe jeweils 22 Stockhiebe wegen geringerer Vergehen im Zusammenhang mit "körperlicher Intimität". Dies kann den örtlichen Gesetzen nach Küssen oder Umarmen bedeuten. Zwei weitere Anwesende wurden mit jeweils sieben Hieben bestraft, weil sie sich zu nahe gekommen waren - das kann auch Händchenhalten einschließen. Ein weiterer Mann wurde wegen Alkoholkonsums 20 Mal mal geschlagen.
Die indonesische Zentralregierung hatte der Provinz Aceh 2001 einen Autonomiestatus zuerkannt, um einen seit langem andauernden Aufstand dort zu beenden. Seitdem wird dort die Scharia angewendet. Auch im Islam als Vergehen geltende Taten wie Glücksspiel und Ehebruch werden regelmäßig öffentlich mit Stockschlägen oder Peitschenhieben bestraft.
Menschenrechtsorganisationen verurteilen diese Art der Strafe, in der örtlichen Bevölkerung findet sie allerdings große Unterstützung. Indonesien ist das größte überwiegend muslimische Land der Welt. Allerdings sind dort auch sechs andere offizielle Religionen sowie traditionelle Glaubensrichtungen anerkannt.
Ch.Buidheach--NG