Behörden in Kolumbien retten Nilpferdbaby der von Drogenboss Escobar eingeführten Herde
Im Nordwesten Kolumbiens haben die Behörden ein unterernährtes Nilpferdbaby gerettet, das ein Abkömmling von Exemplaren aus dem Privatzoo des früheren Drogenbarons Pablo Escobar ist. Fischer hätten das Tier getrennt von seiner Mutter in einem Gebüsch an einem Fluss in der Gemeinde Puerto Nare in Antioquia entdeckt, erklärte der Leiter der regionalen Umweltbehörde, Javier Valencia, am Dienstag (Ortszeit).
Tierärzte hätten das Nilpferdbaby wegen "starker Dehydrierung und Unterernährung" behandelt, hieß es weiter. Nachdem sich sein Zustand stabilisiert habe, sei das Tier auf die Hacienda Nápoles gebracht worden. Das ehemalige Anwesen Escobars liegt auf etwa halbem Weg zwischen Bogotá und Medellín und ist heute ein Themenpark und Schutzgebiet für Nilpferde.
Der berüchtigte Drogenboss hatte in den 1980er Jahren vier Nilpferde sowie Giraffen, Zebras, Kängurus und andere exotische Tiere auf seinem Anwesen gehalten. Nach seinem Tod wurden alle Tiere verkauft - bis auf die Nilpferde. Diese flüchteten aus dem Privatzoo, pflanzten sich fort und entwickelten sich zu einer Plage.
Nach Angaben des Umweltministeriums leben heute rund 200 Nilpferde in Kolumbien, die allesamt auf die von Escobar eingeführten Exemplare zurückgehen. Es ist die größte Nilpferdkolonie außerhalb Afrikas.
Nilpferde gehören zu den gefährlichsten Tieren der Welt. Die Tiere in Kolumbien wurden den Behörden zur "invasiven" Art erklärt.
W.P.Walsh--NG