Gehälter in der Altenpflege: Anstieg bei anhaltendem Fachkräftemangel
Die Gehälter in der Altenpflege sind deutlich gestiegen, doch der Fachkräftemangel besteht weiter. Während ausgebildete Pflegekräfte im Durchschnitt knapp 4.440 Euro brutto verdienen, warnen Verbände vor den finanziellen Folgen höherer Löhne für die Pflegeversicherung.
Die Entlohnung in der Altenpflege hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Ausgebildete Fachkräfte müssen laut aktuellen Daten den Vergleich mit anderen Berufsgruppen nicht scheuen, da Pflegeeinrichtungen an den Branchenmindestlohn sowie das regionale Gehaltsniveau gebunden sind.
Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit verdienen Pflegefachkräfte in der Altenpflege im Mittel knapp 4.440 Euro brutto monatlich. In der Krankenpflege liegt der Durchschnitt bei rund 4.600 Euro. Die Spannbreite ist jedoch groß: Ein Viertel der Fachkräfte erhält maximal knapp 4.000 Euro, während ein weiteres Viertel fast 4.900 Euro oder mehr verdient.
Die Stundenlöhne in der Langzeitpflege liegen durchschnittlich bei 24,50 Euro, was einem Anstieg von 3,4 Prozent im laufenden Jahr entspricht. Fachkräfte verdienen dabei rund 28 Euro pro Stunde, Assistenzkräfte knapp 23,40 Euro und Hilfskräfte fast 21 Euro. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt aktuell 21,03 Euro für Fachkräfte und 16,52 Euro für Pflegehilfskräfte.
Regionale Unterschiede sind signifikant. Die höchsten mittleren Löhne finden sich in Baden-Württemberg und Hamburg mit etwa 4.600 Euro, die niedrigsten in Sachsen bei knapp 4.200 Euro. Staatliche Einrichtungen sind meist an Tarifverträge gebunden, private Arbeitgeber legen ihre Gehälter selbst fest. Ohne Tarifvertrag müssen sie sich am regionalen Niveau orientieren.
Trotz der deutlichen Lohnerhöhungen bleibt die Rekrutierung von Personal schwierig. Pflegeberufe gelten als Engpassberufe mit unzureichendem Arbeitskräfteangebot. Fast jede vierte der rund 840.000 Pflegekräfte stammt aus dem Ausland, in Krankenhäusern liegt dieser Anteil bei 17 Prozent. Die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter ist in den letzten zehn Jahren um mehr als ein Fünftel gestiegen; etwa 80 Prozent davon sind Frauen.
Die Pflegeversicherung befindet sich in einer angespannten Finanzlage, was zu Reformbemühungen der Bundesregierung führt. Der Spitzenverband der Krankenkassen (GKV) warnt davor, dass höhere Löhne für Pflegekräfte auch die Eigenanteile der Bedürftigen beeinflussen können.
W.Murphy--NG