Umsatz mit Unterhaltungselektronik sechstes Jahr in Folge rückläufig
Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland geben immer weniger Geld für Unterhaltungselektronik aus. Der Umsatz auf dem Markt dürfte in diesem Jahr um 2,4 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro zurückgehen, wie der Digitalverband Bitkom in einer am Montag vorgestellten Prognose mitteilte. 2020 war der Umsatz mit der Corona-Pandemie auf einen Rekordwert von 9,3 Milliarden Euro gestiegen, seitdem sinkt er stetig.
"Nach den außergewöhnlich starken Corona-Jahren hat sich der Markt wieder normalisiert", erklärte Olaf May von Bitkom. "Technik wird selektiver gekauft: Größere Anschaffungen werden stärker abgewogen, häufiger verschoben oder über Aktionen realisiert." In einigen "Technologienischen" gebe es zwar "dynamisches Wachstum", dieses kompensiere den Rückgang insgesamt jedoch nicht.
Den größten Anteil am Markt für Unterhaltungselektronik haben Flachbildfernseher mit in diesem Jahr 2,81 Milliarden Euro. Bitkom erwartet hier einen Umsatzrückgang um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Die WM und größere Bildschirme stützen den Absatz, durch Preisdruck und Promotions bleiben die Umsätze aber rückläufig", erklärte May.
Der Umsatz mit Spielkonsolen ist den Angaben nach einem starken Wert im Vorjahr deutlich rückläufig - 840 Millionen Euro bedeuten ein Minus von neun Prozent. Auch der Markt für Audiogeräte ist mit erwarteten 870 Millionen Euro Umsatz um vier Prozent rückläufig. Einzig bei Audio- und Videozubehör sowie bei Digitalkameras erwarten die Branchenexperten Anstieg um jeweils rund zwei Prozent.
Beim Konsumverhalten ergab eine Umfrage des Verbandes einen weiteren Anstieg beim Videostreaming. Allerdings schauen viele Menschen auch weiterhin das aktuelle Fernsehprogramm. Bei Über-65-Jährigen beträgt der Anteil sogar 94 Prozent. Im Audiobereich liegt das klassische Radio hingegen weiterhin auf Platz eins, allerdings nur noch knapp vor Audiostreaming, dessen Beliebtheit weiter zunimmt.
G.Lomasney--NG