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Tiktok gründet Joint Venture mit US-Mehrheitsbeteiligung
Tiktok gründet Joint Venture mit US-Mehrheitsbeteiligung / Foto: Patrick T. Fallon - AFP/Archiv

Tiktok gründet Joint Venture mit US-Mehrheitsbeteiligung

Die Videoplattform Tiktok hat ein Joint Venture mit einer US-Mehrheitsbeteiligung gegründet, um in den USA aktiv bleiben zu können. Mit an Bord seien die US-Unternehmen Oracle und Silver Lake sowie MGX aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, teilte das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) mit. Das "unabhängige" Unternehmen wird demnach von einem siebenköpfigen Vorstand geleitet, dem Tiktok-Geschäftsführer Shou Chew und Führungskräfte großer Investmentfirmen, mehrheitlich aus den USA, angehören.

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Der Softwarekonzern Oracle, die Investmentfirma Silver Lake und der staatliche Investor MGX aus Abu Dhabi halten Tiktok zufolge jeweils 15 Prozent an dem Joint Venture. Oracle-Gründer Larry Ellison ist ein langjähriger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump.

Die Vereinbarung sieht die Speicherung von US-Nutzerdaten im Cloud-System von Oracle vor. Die Cybersicherheit soll von unabhängigen Experten geprüft werden und US-Standards entsprechen.

Der chinesische Mutterkonzern Bytedance behält 19,9 Prozent Anteil an dem Unternehmen. Das liegt knapp unter der Grenze von 20 Prozent, die Bytedance unter einem Gesetz von Trumps Vorgänger Joe Biden auferlegt ist. Es zwingt den Konzern dazu, das US-Geschäft von Tiktok zu verkaufen, um einen Ausschluss von den App-Stores zu vermeiden. Washington begründete dies mit nationalen Sicherheitsinteressen. Befürchtet wurde chinesische Propaganda auf Tiktok oder ein Ausspähen von US-Nutzern.

Trump begrüßte die Gründung des Joint Ventures. "Ich freue mich so sehr, dazu beigetragen zu haben, Tiktok zu retten", erklärte er in seinem Onlinedienst Truth Social. Er bedankte sich zudem bei Chinas Präsident Xi Jinping, "dass er mit uns zusammengearbeitet und letztlich der Vereinbarung zugestimmt hat."

Tiktok ist insbesondere bei jungen Menschen beliebt und hat in den USA etwa 170 Millionen Nutzer. In seiner ersten Amtszeit war auch Trump gegen Tiktok vorgegangen. Das Netzwerk spielte dann aber im Wahlkampf, der in seiner erneuten Wahl zum Präsidenten mündete, eine wichtige Rolle. Seit seinem Amtsantritt im Januar hat Trump die Bytedance gesetzte Frist zum Verkauf von Tiktok mehrfach verlängert, um mit China über eine einvernehmliche Lösung zu verhandeln.

Im September hatte das Weiße Haus eine Grundsatzeinigung mit Peking verkündet, die den Anforderungen des US-Gesetzes entspreche. Damals nannte Trump bereits ausdrücklich Oracle-Gründer Ellison, einen der reichsten Männer der Welt, als wichtigen Akteur der Vereinbarung. Ellison war zuletzt durch seine Geschäfte mit Trump wieder ins Rampenlicht gerückt. Der Milliardär ist zunehmend im Mediengeschäft aktiv.

O.Ratchford--NG