Traktoren am Eiffelturm: Französische Bauern protestieren gegen Mercosur
Aus Protest gegen das kurz vor dem Abschluss stehende Mercosur-Freihandelsabkommen haben französische Bauern mit ihren Traktoren vor Pariser Sehenswürdigkeiten demonstriert. In der Nähe des Eiffelturms sowie am Triumphbogen waren am Vormittag je etwa ein Dutzend Traktoren geparkt, umgeben von zahlreichen Sicherheitskräften, wie AFP-Journalisten beobachteten. "Nein zu Mercosur" war zu lesen. Oder: "Frankreich, willst Du Deine Bauern noch?"
Insgesamt kamen nach Angaben des französischen Innenministeriums am Donnerstag etwa 100 Traktoren nach Paris, die meisten von ihnen wurden jedoch am Stadtrand abgefangen. Die Polizei hatte mit Blick auf die angekündigten Proteste ein Demonstrationsverbot für sensible Zonen erlassen, etwa rund um den Präsidentenpalast und die Nationalversammlung.
Regierungssprecherin Maud Bregeon bezeichnete die Protestaktion als "illegal". Das Landwirtschaftsministerium zeigte sich verständnisvoller und bezeichnete die Anliegen der Bauern als rechtmäßig.
"Wir wollen den Abgeordneten erklären, dass sie seit 30 Jahren zum Tod der französischen Landwirtschaft beitragen", sagte der Chef des Bauernverbands Coordination rurale, Bertrand Venteau, dem Sender Europe 1.
Auch in anderen Landesteilen kam es zu Bauernprotesten. In der Nähe von Bordeaux blockierten aufgebrachte Landwirte ein Treibstoffdepot. An mindestens zehn Orten kam es zu Verkehrsblockaden auf Landstraßen und Autobahnen.
Die französischen Landwirte protestieren gegen das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, weil sie den Import günstiger Produkte fürchten, insbesondere Geflügel und Rindfleisch. Seit Dezember richten sich die Proteste auch gegen den Umgang mit einem Rindervirus. Nach EU-Regeln mussten Tausende Rinder notgeschlachtet werden, sobald in einer Herde ein Fall der hoch ansteckenden Lumpy-Skin-Krankheit nachgewiesen worden war.
W.Murphy--NG