Niroomand hält an Berliner Olympiaplänen fest
Kaweh Niroomand, der Olympiabeauftragte Berlins, hält trotz des Erfolgs der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl weiter an der Bewerbung der Hauptstadt um die Sommerspiele fest. "Fest steht, dass alle potenziellen zukünftigen Regierungsparteien die Bewerbung in den letzten vier Jahren auch schon unterstützt haben. Wir werden in den nächsten Tagen Gespräche auf politischer Ebene führen, um noch rechtzeitig ein positives Signal an den deutschen Sport schicken zu können", sagte Niroomand im Interview mit der Welt.
Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Wahlsiegerin Die Linke und Anwärterin auf das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, hatte Olympia in Berlin bereits am Montag eine Absage erteilt. "Ich habe ganz klar gesagt, dass ich beispielsweise die sechs Millionen (Euro; d. Red.), die schon für die Olympiabewerbung ausgegeben wurden, für eine Steuergeldverschwendung halte. Und es sollen ja noch viele Millionen, Milliarden dazukommen. Ich sehe keinen Vorteil für Berlin. Deswegen haben wir uns dagegen entschieden, Olympia zu unterstützen. Und das sehe ich auch heute noch so", sagte Eralp.
Einen Nachteil für die Berliner Bewerbung sieht Niroomand in der fehlenden Möglichkeit eines klassischen Referendums. Die anderen Bewerber, München und Köln/Rhein-Ruhr, hatten Referenden durchgeführt, die Hamburger Bewerbung war an dieser Hürde gescheitert. "Die Berliner Verfassung erlaubt eine solche Volksbefragung nicht. Ich hätte mir sehr gewünscht, die Berlinerinnen und Berliner direkt über die Bewerbung abstimmen zu lassen", sagte Niroomand. In Berlin stemmt sich die "NOlympia"-Initiative gegen die Pläne.
Am Samstag wird bei einer Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Baden-Baden darüber abgestimmt, welchen Bewerber Deutschland beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ins Rennen schickt. Es geht um eine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044.
R.Ryan--NG