Buenos Aires: Flávio Bolsonaro von Brasilien über Argentinien nach Ecuador gereist
Der bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegene Kandidat Flávio Bolsonaro ist nach Angaben der argentinischen Regierung nach seiner Flucht aus Brasilien über Argentinien nach Ecuador gereist. Bolsonaro sei am Dienstagabend nach Argentinien eingereist, ehe er einen Flug nach Ecuador angetreten habe, erklärte die argentinische Einwanderungsbehörde am Mittwoch im Onlinedienst X. Bolsonaro hatte am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien gegen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva verloren. US-Medien hatten berichtet, Bolsonaro sei in den USA eingetroffen.
Bolsonaro sei "mit gültigen Reisedokumenten und ohne rechtliche Hindernisse" nach Argentinien eingereist, erklärte die argentinische Einwanderungsbehörde weiter, obwohl ein brasilianischer Gerichtsbeschluss Bolsonaros Ausreise untersagt hatte.
Bolsonaro, seine Frau und seine beiden Töchter hätten einen Privatflug der Fluggesellschaft Baires Fly S.A. mit Ziel Guayaquil in Ecuador bestiegen, teilte die Behörde mit.
Nach Angaben der Website Flightradar24 startete der Flug in der Nacht zum Mittwoch von der argentinischen Stadt Puerto Iguazú im Nordosten des Landes nahe der brasilianischen Grenze. Baires Fly reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.
US-Medien hatten zuvor berichtet, Bolsonaro sei am Dienstag in den Vereinigten Staaten angekommen. Das US-Außenministerium erklärte, es werde Visa für Bolsonaro und seine Familie ausstellen. Es bestätigte jedoch nicht ihre Reisepläne.
Der Oberste Gerichtshof in Brasília hatte die Ausreise des 45-Jährigen eigentlich untersagt und seine Reisepässe für ungültig erklärt. Die brasilianische Justiz ermittelt gegen Flávio Bolsonaro wegen des Verdachts auf Korruption und Geldwäsche. Bolsonaros Amtszeit als Senator endet im Januar, womit er seine parlamentarische Immunität verliert.
Der Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro war am Sonntag bei der Präsidentschaftswahl dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva unterlegen. Die Bolsonaro-Familie steht US-Präsident Donald Trump politisch nahe.
C.Queeney--NG