US-Regierung nennt Negativschlagzeilen über "USS Lincoln" Stimmungsmache
Der in die Negativschlagzeilen geratene US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" kommt nach rund elf Monaten zurück nach Kalifornien. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nutzte einen Besuch auf dem Kriegsschiff am Mittwoch, um gegen Medien auszuteilen. Einige Journalisten hätten versucht, die "Lincoln" zu einem Symbol für "Pannen", "schlechte Stimmung" oder sogar "einen gescheiterten Einsatz" zu machen, kritisierte er.
Genau das Gegenteil sei wahr, erklärte Hegseth. "Die einzige Reaktion der amerikanischen Bevölkerung und der Medien sollte Stolz sein", befand der Minister. Es habe "23.000 Kampfflugstunden und fast 4000 Gefechtseinsätze" gegeben, sagte er. Er zeichnete die Besatzung deshalb für "außergewöhnliche Tapferkeit gegenüber feindlichen Kräften" aus.
Rund 5000 Matrosen und Marinesoldaten der "Lincoln" sollten am Donnerstag den Heimathafen San Diego erreichen. Während des Iran-Kriegs waren sie bis Ende August in der Golfregion eingesetzt.
US-Medien hatten unter Berufung auf Soldaten und deren Angehörige berichtet, dass die Besatzung unter einem Mangel an Lebensmitteln, defekten sanitären Anlagen und fehlenden Hygiene-Artikeln litt. Es habe eine große psychische Belastung für die Besatzungsmitglieder und sogar Suizidversuche gegeben, hieß es.
Die Regierung von Präsident Donald Trump räumte daraufhin kürzlich gegenüber einem Kongressabgeordneten ein, dass es acht Suizidversuche von Soldaten der "Lincoln" gegeben hatte. Zu Todesfällen sei es aber nicht gekommen. Der Experte Jonathan Schroden vom Marine-Forschungszentrum CNA führt die Probleme unter anderem auf die Länge der Mission zurück. Sie habe fast doppelt so lange gedauert wie ein regulärer sechsmonatiger Einsatz.
Die "USS Abraham Lincoln" ist nicht der einzige US-Flugzeugträger, der mit Problemen zu kämpfen hatte. Auf der "USS Gerald R. Ford", dem größten Flugzeugträger der Welt, war im März ein Feuer in einem Wäscheraum ausgebrochen. Dabei wurden nach Angaben des US-Militärs zwei Matrosen verletzt. US-Medien berichteten zudem über erhebliche Probleme mit dem Toilettensystem des Schiffs.
T.Murray--NG