Höcke erklärt Brandmauer für gescheitert - und attackiert "bunte Zivilgesellschaft"
Der thüringische AfD-Chef Björn Höcke hat die Strategie der Ausgrenzung seiner Partei für gescheitert erklärt. "Die Brandmauer hat uns groß gemacht", sagte Höcke am Samstag in seinem Grußwort an den AfD-Bundesparteitag in Erfurt. "Jetzt sind wir stärkste Kraft in Deutschland und werden in Kürze die ersten Regierungschefs im Osten begrüßen dürfen."
In seiner Rede beschwor Höcke die Rückbesinnung auf eine nationale Identität und ein Konzept der "Volkssouveränität" - und er erteilte der "bunten Zivilgesellschaft" eine scharfe Absage.
"Diese bunte Zivilgesellschaft, die simuliert Volk und simuliert Mehrheit", sagte Höcke. "Aber sie ist nicht Volk und sie ist nicht Mehrheit. Sie ist nur das Vorfeld der Kartellpartei." Der AfD-Politiker warf den anderen Parteien vor, mit hunderten Millionen Euro an Steuergeldern zivilgesellschaftliche Organisationen zu stützen. Die AfD werde dies unterbinden, sobald sie an der Macht sei: "Wenn wir regieren, dann wird der bunten Zivilgesellschaft der Steuerstecker gezogen", drohte Höcke.
Der rechtsextremistische AfD-Landeschef attestierte Deutschland eine "gebrochene Identität", die "geheilt" werden müsse. "Wir müssen einen Teil der Nation tatsächlich auf die Couch legen und therapieren", sagte Höcke. "Es geht darum, Deutschland wieder mit sich selber zu befreunden. Wir müssen unsere Identität wiedergewinnen."
L.Boyle--NG