Trotz Festnahme von Vertrautem: Nobelpreisträgerin Machado will nach Venezuela zurück
Trotz der erneuten Festnahme eines ihrer Vertrauten will die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado in ihre Heimat zurückkehren. Die Festnahme von Juan Pablo Guanipa nur wenige Stunden nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis werde sie nicht von ihrem Vorhaben abhalten, sagte die Oppositionspolitikerin am Montag in Washington der Nachrichtenagentur AFP. "Das beeinflusst meine Rückkehr absolut nicht. Im Gegenteil."
"Ich habe ganz klar gesagt, dass es mein Ziel ist, so schnell wie möglich nach Venezuela zurückzukehren und die Venezolaner im demokratischen Übergangsprozess zu unterstützen", sagte Machado. Bei diesem Vorhaben bleibe es. Zuvor müsse sie aber "noch bestimmte Aufgaben" erledigen. "Sobald diese Ziele erreicht sind, werde ich nach Venezuela zurückkehren." Ein Datum für ihre geplante Rückkehr nannte die Friedensnobelpreisträgerin nicht.
Machados enger Mitstreiter Guanipa war am Montag festgenommen worden - nur einen Tag nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Zur Begründung gab die Staatsanwaltschaft an, dass der Oppositionelle gegen die Auflagen für seine Freilassung verstoßen habe.
Nach seiner Freilassung am Sonntag hatte Guanipa die venezolanische Regierung in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP aufgerufen, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von 2024 zu respektieren. Nach allgemeiner Einschätzung hatte damals der Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia die Wahl gegen den linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro gewonnen. Von den Behörden wurde jedoch Maduro zum Sieger erklärt, die Opposition sprach von Wahlbetrug.
Maduro war am 3. Januar bei einem US-Militäreinsatz gefangen genommen und in die USA gebracht worden. Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Venezuelas neue Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat unter dem Druck der USA die Entlassung politischer Gefangener versprochen.
W.Murphy--NG